Cyprus

Observations around the Green Line

Ertan O. Erdoğan

 

Alle Statements in Bild + Ton sind im Dezember 2004 von
Angela Melitopoulos und Ertan O. Erdoğan mit den
Assistenten/Dolmetschern Banu Onrat und Oktay Ince erstellt worden.

Wir danken der Filmstiftung NRW für die Förderung.

 

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Intention, Motivation and Instructions
for a Nonlinear, Interactive Documentary

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Kurzer Überblick zum Zypernkonflikt
Coşkun Tözen

Die drittgrößte Mittelmeerinsel wurde 1960 durch die ehemalige Kolonialmacht Großbritannien (1878-1960) als Konkordanzdemokratie in die politische Unabhängigkeit entlassen. In diesem Demokratiemodell teilten die beiden Hauptethnien, Griechischzyprer (ca. 79 % der Gesamtbevölkerung) und Türkischzyprer (ca. 19%) die politische Macht im Staat als politisch gleichberechtigte Volksgruppen. Bereits vor der Gründung der Republik Zypern war das Verhältnis zwischen den beiden Volksgruppen angespannt und von gegenseitigem Misstrauen geprägt. Das Modell scheiterte bereits 1963 durch einen Bürgerkrieg. Nach einem von der damaligen Militärdiktatur in Griechenland gelenkten Putsch im Sommer 1974, intervenierte die Türkei militärisch. Die Invasion unter Berufung auf die Funktion der Türkei als einer Garantiemacht der Insel führte zur Teilung der Insel in einen völkerrechtlich nicht anerkannten türkischzyprischen Norden. Der fortan griechischzyprische Süden, die Republik Zypern, ist völkerrechtlich anerkannt und übt de jure das Alleinvertretungsrecht aus. Die geteilte Insel ist mit der EU-Osterweiterung am 01. Mai 2004 der EU beigetreten, de facto allerdings nur der Inselsüden. Seit dem Beitritt zur EU ist die Pufferzone zwischen beiden Seiten über einige Checkpoints für die Bevölkerung problemlos passierbar. Seit März 1964 sind UN-Blauhelme auf der Insel stationiert – die UNFICYP-Mission ist mittlerweile die weltweit längste Friedensmission der Vereinten Nationen.